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Die Schweiz schneidet in der aktuellen PISA-Studie im internationalen Vergleich zwar gut ab. Diese gute Position darf jedoch nicht über eine besorgniserregende Entwicklung hinwegtäuschen: Die Leis­tungen in Lesen und Mathematik gehen zurück, und mehr als jeder dritte Jugend­liche erreicht in mindestens einem der drei untersuchten Kompetenzbereiche das Mindestniveau nicht. Für die Lehrbetriebe führt diese Situation zu zusätzlichem Betreuungsaufwand und höheren Kosten. Der Schweizerische Gewerbeverband sgv fordert deshalb, Lesen, Schreiben und Mathematik wieder zu stärken und ins Zentrum der obligatorischen Schule zu rücken.

08.09.2026 | 14:30

Die heute veröffentlichten Detailergebnisse der PISA-Studie 2025 bestätigen das Ausmass der Herausforderung: 28,8 Prozent der Jugendlichen erreichen in Lesen das Mindestkompetenz-niveau nicht, in Mathematik sind es 23,2 Prozent und in den Naturwissenschaften 20,7 Prozent. Über die letzten Jahre bestätigt sich sowohl im OECD-Durchschnitt als auch in der Schweiz die Tendenz von rückläufigen Resultaten. Und trotz der vergleichsweise guten Position der Schweiz gilt: Für die Lehrbetriebe zählt nicht in erster Linie der Rang der Schweiz, sondern was die Jugendlichen beim Eintritt in die Berufswelt tatsächlich können.

Eine gemeinsame Umfrage von economiesuisse, dem Schweizerischen Gewerbeverband sgv und dem Schweizerischen Arbeitgeberverband unter rund 2’900 Ausbildungsverantwortlichen bestätigt den Handlungsbedarf. Viele Betriebe beobachten seit Jahren zunehmende Kompetenzlücken, insbesondere beim Schreiben und in zentralen mathematischen Fähigkeiten. Das erschwert die Rekrutierung, erhöht den Betreuungsaufwand und verursacht zusätzliche Kosten. Jedes fünfte befragte Unternehmen gibt deshalb an, künftig weniger Lernende ausbilden zu wollen. Unter den befragten Kleinunternehmen mit weniger als zehn Vollzeit-Angestellten gab fast jeder dritte Betrieb eine sinkende Ausbildungsbereitschaft an. Für unsere KMU, die einen grossen Teil der Lernenden ausbilden, ist das ein Alarmsignal.

Unsere KMU investieren viel Zeit und Ressourcen in die Ausbildung junger Menschen. Damit sie diese Verantwortung auch künftig wahrnehmen können, müssen Jugendliche beim Eintritt in die Lehre sicher lesen, schreiben und rechnen können. Dafür sind in erster Linie die obligatorische Schule und die Kantone verantwortlich.

Schulen müssen die notwendigen Grundlagen vermitteln

Die Schweizer KMU übernehmen mit der Berufsbildung Verantwortung für die Fachkräfte von morgen. Drei Viertel der befragten Unternehmen unterstützen ihre Lernenden bereits heute mit zusätzlichen internen oder externen Fördermassnahmen. Sie können jedoch nicht nachholen, was während der obligatorischen Schulzeit versäumt wurde.

«Unsere KMU investieren viel Zeit und Ressourcen in die Ausbildung junger Menschen. Damit sie diese Verantwortung auch künftig wahrnehmen können, müssen Jugendliche beim Eintritt in die Lehre sicher lesen, schreiben und rechnen können. Dafür sind in erster Linie die obligatorische Schule und die Kantone verantwortlich», sagt Urs Furrer, Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbands sgv. Mit Blick auf KI und Digitalisierung ergänzt Jan Koch, Unternehmer und Vize-präsident des Bündner Gewerbeverbands: «KI kann ein wertvolles Hilfsmittel sein. Aber wer nicht lesen, schreiben und rechnen kann, wird auch mit KI nicht plötzlich bessere Leistungen erzielen. Das Resultat der Umfrage der Wirtschaftsverbände zeigt für mich klar: Digitale Werkzeuge ersetzen keine soliden Grundkompetenzen. Das Fundament muss stimmen.»

KI kann ein wertvolles Hilfsmittel sein. Aber wer nicht lesen, schreiben und rechnen kann, wird auch mit KI nicht plötzlich bessere Leistungen erzielen. Das Resultat der Umfrage der Wirtschaftsverbände zeigt für mich klar: Digitale Werkzeuge ersetzen keine soliden Grundkompetenzen. Das Fundament muss stimmen.

Grundkompetenzen konsequent ins Zentrum stellen

Der sgv fordert, dass Lesen, Schreiben und Mathematik in der Volksschule verbindlich gestärkt werden. Kompetenzlücken müssen frühzeitig erkannt und noch während der obligatorischen Schulzeit geschlossen werden. Gleichzeitig braucht es eine vertiefte Analyse der Ursachen des Kompetenzrückgangs sowie ein transparentes Bildungsmonitoring, das zu konkreten Verbesserungen führt. Solide Grundkompetenzen sind die Voraussetzung für einen erfolgreichen Ein-stieg in die Berufswelt. Sie sichern die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe, stärken die duale Berufsbildung und damit den Wirtschaftsstandort Schweiz.

Weitere Auskünfte

Fabio Regazzi, Präsident Schweizerischer Gewerbeverband sgv, Ständerat Die Mitte/TI
Fabio Regazzi

Präsident, Ständerat Die Mitte/TI

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PISA-Studie: Grundkompetenzen bleiben für Lehrbetriebe eine Herausforderung - Schulen sind gefordert
Medienmitteilung «PISA-Studie: Grundkompetenzen bleiben für Lehrbetriebe eine Herausforderung - Schulen sind gefordert»