sgv lehnt Vaterschaftsurlaube dezidiert ab | Schweizerischer Gewerbeverband sgv | Dachorganisation der Schweizer KMU

sgv lehnt Vaterschaftsurlaube dezidiert ab

18.10.2017 | 14:30

Der Schweizerische Gewerbeverband sgv lehnt die Vaterschaftsurlaubsinitiative entschieden ab. Es ist erfreulich, dass der Bundesrat auf einen Gegenvorschlag verzichtet. Unser Sozialstaat hat die Grenzen des finanziell Tragbaren längst erreicht. Wirtschaft und Erwerbstätige sind nicht länger bereit und vielfach schlicht nicht in der Lage, immer höhere Beiträge und Lohnabzüge in Kauf zu nehmen. Vaterschaftsurlaube sind eine klassische Domäne der Sozialpartnerschaft und daher auf Ebene Gesamtarbeitsvertrag oder betriebliche Vereinbarungen zu regeln. Auch auf Gesetzesstufe braucht es keine Vorgaben.

Die Stimmberechtigten wollen keinen weiteren Sozialausbau und sie sind nicht bereit, immer grössere Opfer für dessen Finanzierung in Kauf zu nehmen. Das zeigt die Ablehnung der Gewerkschaftsinitiative AHVplus sowie das doppelte Nein zur Altersvorsorge 2020 überdeutlich. Die Volksinitiative von Travail.Suisse hätte unweigerlich höhere EO-Beiträge zur Folge. Sie liegt daher quer in der Landschaft und ist klar abzulehnen.

Die heutigen Arbeitszeit- und Ferienregelungen sowie die vielfältigen Möglichkeiten zur Flexibilisierung der Arbeit geben jungen Vätern heute bisher nie dagewesene Optionen, um sich ausreichend um die Partnerin sowie um den Nachwuchs und dessen Erziehung kümmern zu können. Vaterschaftsurlaube sind eine klassische Domäne der Sozialpartnerschaft, die es auf Ebene der Gesamtarbeitsverträge oder allenfalls auf Stufe Betrieb auszuhandeln gibt. Jedes neue gesetzliche Vorschriften schränkt den Spielraum der GAV-Verhandlungen weiter ein und sind fehl am Platz.

Die Gewerkschaften versuchen den Vaterschaftsurlaub an die bestehenden Regelungen für Mütter anzulehnen. Das ist falsch. Im Gegensatz zu einer Mutterschaft, bei welcher der Gesetzgeber der stillenden Mutter zwingend ein mindestens achtwöchiges Arbeitsverbot auferlegt, gibt es für Väter keinen durch den Gesetzgeber hervorgerufenen Erwerbsausfall, den es zu kompensieren gilt.

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Hans-Ulrich Bigler
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