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Die sogenannte Chaos-Initiative, über die wir am 14. Juni 2026 abstimmen, gefährdet Arbeitsplätze, erhöht die Bürokratie und schwächt den Wirt­schaftsstandort Schweiz. Besonders die KMU spüren die Folgen sofort. Sie kämpfen bereits heute mit Fachkräftemangel, sagte sgv-Präsident und Ständerat Fabio Regazzi an der Medien­konferenz des Bundesrates, der Kantone und der Sozialpartner. Der Schweizerische Gewerbeverband sgv lehnt die Initiative deshalb klar ab.

16.03.2026 | 10:00

Die Schweiz ist ein KMU-Land: Über 99 Prozent aller Unternehmen sind KMU; sie schaffen rund zwei Drittel aller Arbeitsplätze. Viele dieser Betriebe suchen heute händeringend Fachkräfte – im Bau, im Handwerk, in der Gastronomie oder in der Pflege. Das Problem würde sich mit Annahme der Chaos-Initiative, über die wir am 14. Juni 2026 abstimmen werden, noch akzentuieren. Die Initiative verlangt einen starren Bevölkerungsdeckel und sieht letztlich die Kündigung des Personenfreizügigkeitsabkommens vor.

«Das würde das Gewerbe bei der Rekrutierung von dringend benötigten Fachkräften in Schwierigkeiten bringen. Schon heute sehen wir: Kann eine Stelle nicht besetzt werden, spürt ein kleines Unternehmen das sofort», sagte Ständerat Fabio Regazzi, Präsident des Schwei­ze­rischen Gewerbeverbandes und Unternehmer, an der Medienkonferenz. 

Ständerat Fabio Regazzi, Tessiner Metallbaunternehmer und sgv-Präsident an der heutigen Medienkonferenz des Bundesrates zu den negativen Folgen der Chaos-Initiative
Ständerat Fabio Regazzi, Tessiner Metallbaunternehmer und sgv-Präsident an der heutigen Medienkonferenz des Bundesrates zu den negativen Folgen der Chaos-Initiative

Regazzi: Persönlich betroffen

Auch sein Unternehmen suche immer wieder nach Arbeitskräften, sagte Regazzi. «Eine Kündigung der Personenfreizügigkeit würde bedeuten», so Regazzi, «dass Unternehmen wieder zehntausende Arbeits- und Aufenthaltsbewilligungen beantragen müssten. Gerade für KMU würde der administrative Aufwand massiv steigen – mit Verzögerungen, zusätzlichen Kosten und Unsicherheit.»

Gleichzeitig wird unsere Gesellschaft älter. Jedes Jahr gehen mehr Menschen in Pension, als junge Schweizerinnen und Schweizer neu in den Arbeitsmarkt eintreten. Ohne Zuwanderung fehlen dem Schweizer Arbeitsmarkt jährlich rund 20’000 bis 30’000 Arbeitskräfte.

Eine Kündigung der Personenfreizügigkeit würde bedeuten, dass Unternehmen wieder zehntausende Arbeits- und Aufenthaltsbewilligungen beantragen müssten. Gerade für KMU würde der administrative Aufwand massiv steigen – mit Verzögerungen, zusätzlichen Kosten und Unsicherheit.

Situation heute: 1.8 Millionen Ausländerinnen und Ausländer arbeiten in der Schweiz

Heute arbeiten rund 1,8 Millionen Ausländerinnen und Ausländer in der Schweiz. Jede dritte erwerbstätige Person besitzt keinen Schweizer Pass. Sie arbeiten in Restaurants, Hotels, auf Baustellen oder im Handwerk und tragen wesentlich zum wirtschaftlichen Erfolg unseres Landes bei.

«Ohne Zugang zu qualifizierten Arbeitskräften aus dem Ausland wird es für viele Betriebe noch schwieriger, offene Stellen zu besetzen und Aufträge auszuführen. Eine Kündigung des Personenfreizügigkeitsabkommens würde genau diese Probleme verschärfen», sagt Regazzi. Bereits bei 9.5 Millionen Einwohnern hätte die Initiative negative Auswirkungen auf das Verhältnis zur EU. Kommt hinzu: Eine Kündigung des Personenfreizügigkeitsabkommens hätte automatisch die Auflösung aller Bilateralen I zur Folge. «Die Initiative würde damit den bilateralen Weg insgesamt in Frage stellen.»

Für den Schweizerischer Gewerbeverband ist deshalb klar: Die Initiative greift reale Sorgen auf, liefert aber keine Lösungen. Die Schwei­ze­rische Gewerbekammer, das KMU-Parlament, hat die Parole zur Initiative im Februar gefasst. Der Entscheid fiel sehr deutlich aus. 

Dokumente zum Herunterladen

Gewerbe warnt vor Auswirkungen der Chaos-Initiative
Medienmitteilung «Gewerbe warnt vor Auswirkungen der Chaos-Initiative»
20260316 Chaos Initiative Mk Br Sn Regazzi F De
Sprechnotizen Ständerat Fabio Regazzi, Tessiner Metallbauunternehmer und Präsident sgv