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Die neuen US-Zölle auf Schweizer Exporte sorgen für grosse Schlagzeilen – während die milliardenschweren Zusatzkosten im Inland als quasi gottgegeben goutiert werden. Gleich­zeitig fordern jetzt auch noch die Gewerk­schaften höhere Löhne. Für die KMU ist die Belastung existenz­ge­fährdend: Aussenlasten durch Zölle und Binnen­kosten durch immer neue Sozial­aus­gaben und Regulierungen bringen das Fass zum Überlaufen.

19.08.2025 | 16:30

Während die US-Zölle mit 0,3 bis 1 Prozent des BIP veranschlagt werden, stehen die Unternehmen auch im Inland vor einer Last in zweistelliger Milliardenhöhe. Die vom Stimmvolk durchgewunkene 13. AHV-Rente und von einem Teil des politischen Spektrums geforderte Streichung der Rentenplafonierung machen gemäss den Schätzungen des Schweizerischen Gewerbeverbandes bis ins Jahr 2036 allein neun Milliarden Franken pro Jahr aus. Weitere geplante Projekte zum Ausbau des Sozialstaats und massive Regulierungskosten verschlingen nochmals rund 3 Milliarden Franken. Damit sind wir bei rund 12 Milliarden – dabei ist die Sanierung der AHV noch nicht einmal mit eingerechnet. Trotzdem bleibt die öffentliche Debatte erstaunlich leise, im Gegensatz zu den US-Zöllen.

Zusätzlich erhöhen die Gewerkschaften gerade jetzt den Druck mit Lohnforderungen – zu einem Zeitpunkt, an dem die Betriebe ohnehin mit steigenden Belastungen kämpfen.

«Eines ist klar: Im Doppelpack – hohe Binnenkosten und zusätzliche Aussenlasten – läuft das Fass ĂĽber», warnt Urs Furrer, Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbands. «Unsere KMU können nicht gleichzeitig Zollerhöhung, Milliarden-Soziallasten und steigende Lohnforderungen schultern.» Sie werden sich zweimal ĂĽberlegen, neue Mitarbeiter einzustellen. Denn höhere Lohnbeiträge belasten direkt die Gewinnspanne der KMU. Bei einer Schreinerei mit einem Jahresumsatz von 1.5 Millionen, einer Bruttolohnsumme von 750'000 Franken und einem Reingewinn von 90'000 Franken beispielsweise macht eine Erhöhung der Lohnbeiträge um einen Prozentpunkt eine Senkung des Reingewinns um mehr als acht Prozent aus. Dieses Geld fehlt dann fĂĽr wichtige Investitionen.

Deshalb braucht es dringend ein Revitalisierungsprogramm fĂĽr die KMU. Der Schweizerische Gewerbeverband hat dazu eine Petition zur Entlastung lanciert. Die zentralen Forderungen:

  • BĂĽrokratie und Abgaben senken
  • Staat verschlanken
  • Aussenhandel diversifizieren und KMU-tauglich ausgestalten

UnterstĂĽtzen Sie jetzt die Petition zur Umsetzung eines Entlastungs- und Revitalisierungspaket fĂĽr die KMU unseres Landes!

Weitere Auskünfte

Fabio Regazzi
Fabio Regazzi

Präsident, Ständerat Die Mitte/TI

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