BVG-Revision: sgv-Modell bewahrt das 3-Säulen-Prinzip | Schweizerischer Gewerbeverband sgv | Dachorganisation der Schweizer KMU

Tweets

Instagram

BVG-Revision: sgv-Modell bewahrt das 3-Säulen-Prinzip

02.07.2019 | 10:00

Der Schweizerische Gewerbeverband sgv hat heute Bundesrat Berset sein Modell fĂŒr die BVG-Revision vorgestellt. Eckwerte sind die Senkung des Mindest­umwandlungs­satzes, abgefedert durch die Erhöhung der Altersgutschriften und Massnahmen zugunsten der Übergangsgeneration. Das sgv-Modell verzichtet auf einen Leistungsausbau. Eine Umverteilung in der 2. SĂ€ule, wie es das Modell von Gewerkschaften und Arbeitgeberverband vorsieht, wird verhindert. Es bewahrt das 3-SĂ€ulen-Prinzip und fĂŒhrt zu ĂŒber einer Milliarde Franken weniger Kosten als das Gegenmodell.

Das 3-SĂ€ulen-Prinzip hat sich bewĂ€hrt. In der 2. SĂ€ule spart jeder Versicherte mit der UnterstĂŒtzung seines Arbeitgebers sein eigenes, ihm klar zugeordnetes Altersguthaben. Deshalb gilt fĂŒr den grössten Dachverband der Schweizer Wirtschaft: Keine Umverteilung in der 2. SĂ€ule. In diesem Punkt unterscheidet sich das sgv-Modell fundamental vom Mehrheitsmodell der Gewerkschaften und des Arbeitgeberverbands. Ihr Modell kehrt vom bewĂ€hrten 3-SĂ€ulen-System ab. GemĂ€ss ihrem Modell sollen nach dem Giess­kannen­prinzip RentenzuschlĂ€ge erteilt werden. Damit wird vom Grundsatz des Einlageprinzips im BVG abgewichen und neu eine systemfremde Umverteilung eingefĂŒhrt. Es ist nichts anderes als der erste Schritt in Richtung Einheitskasse oder Volksrente.

Eine Milliarde Franken weniger Mehrkosten

Eine Reform der 2. SĂ€ule verursacht Kosten. Das sgv-Modell verursacht Mehrkosten von rund 1,5 Milliarden Franken. Rund 1,1 Milliarden Franken fallen in Form höherer PrĂ€mienzahlungen an die Vorsorgeeinrichtungen an. Die Massnahmen zugunsten der Übergangsgeneration verursachen Mehrkosten in der Höhe von rund 400 Millionen Franken (bei einer Übergangsgeneration von zehn JahrgĂ€ngen). Der Gegenvorschlag der Gewerkschaften und des Arbeitgeberverbands verursacht Gesamtkosten von mindestens 2,5 Milliarden Franken. Gut 1,3 Milliarden Franken an Zusatzkosten fallen in Form höherer PrĂ€mienzahlungen an die Vorsorgeeinrichtungen an. Die Lohnbeitrags­erhöhungen verursachen je nach Ausgestaltung der RentenzuschlĂ€ge Mehrkosten von 1,2 bis 1,5 Milliarden Franken. Das sgv-Modell ist also auch noch um mindestens eine Milliarde Franken gĂŒnstiger. 

Sie setzen sich für das bewährte 3-Säulen-Prinzip in der Altersvorsorge ein (von links nach rechts): Hans-Ulrich Bigler, sgv-Direktor und Nationalrat FDP/ZH, Jean-François Rime, sgv-Präsident und Nationalrat SVP/FR und Kurt Gfeller, Vize-Direktor sgv zuständig für Sozialpolitik Sie setzen sich für das bewährte 3-Säulen-Prinzip in der Altersvorsorge ein (von links nach rechts): Hans-Ulrich Bigler, sgv-Direktor und Nationalrat FDP/ZH, Jean-François Rime, sgv-Präsident und Nationalrat SVP/FR und Kurt Gfeller, Vize-Direktor sgv zuständig für Sozialpolitik

Keine Erhöhung der Lohnprozente

Der sgv-Lösungsansatz verzichtet bewusst auf die Erhöhung der Lohnprozente, da diese fĂŒr den Wirtschaftsstandort Schweiz prinzipiell schĂ€dlich ist. Sie verteuert die Produkte und schmĂ€lert damit die KonkurrenzfĂ€higkeit der hiesigen Betriebe. Sie verringert die Kaufkraft der Konsumentinnen und Konsumenten und entzieht den Betrieben Mittel, die dringend fĂŒr Investitionen in die Zukunft benötigt werden. Mit der angenommenen STAF-Vorlage mĂŒssen bereits höhere Lohnprozente verdaut werden. Aus Sicht des sgv kann es nicht angehen, bereits eine nĂ€chste Erhöhung ins Auge zu fassen. Damit schont das Modell des sgv die Arbeitnehmenden und Arbeitgebenden. 

Koordinationsabzug auf gleicher Höhe erhalten

FĂŒr das Gewerbe ist wichtig, dass das sgv-Modell auf Anpassungen beim Koordina­tions­abzug verzichtet. Der Niedriglohnbereich wird so vor ĂŒberdurchschnittlich starken Mehrbelastungen geschĂŒtzt. Auch in diesem Punkt unterscheidet das sgv-Modell fundamental vom Gegenvorschlag, was von volkswirtschaftlich grosser Bedeutung ist. Die Margen der Betriebe im Niedriglohnbereich sind tief und die Arbeitnehmenden verfĂŒgen kaum ĂŒber frei verfĂŒgbare Mittel. Jede starke Verteuerung des Produktions­faktors Arbeit fĂŒhrt zum Abbau und zur Verlagerung von ArbeitsplĂ€tzen und treibt die betroffenen Arbeitnehmenden in die Armut. 

Volkswille wird respektiert

Das sgv-Modell respektiert den Volkswillen. Die Nachwahlbefragung zur Altersvorsorge 2020 hat ergeben, dass der dort vorgesehene Rentenzuschlag von 70 Franken im Giesskannenprinzip der wichtigste Grund fĂŒr die Ablehnung war. Unser Modell verzichtet konsequent auf solche RentenzuschlĂ€ge. Sie sind enorm teuer und eine ordnungs­politische verfehlte Abkehr vom bewĂ€hrten 3-SĂ€ulen-Prinzip.

Weitere Auskünfte

Jean-François Rime
Jean-François Rime

PrÀsident


T +41 26 919 82 82
M +41 79 230 24 03
Hans-Ulrich Bigler
Hans-Ulrich Bigler

Direktor


T +41 31 380 14 20
M +41 79 285 47 09
Kurt Gfeller
Kurt Gfeller

Vize-Direktor


T +41 31 380 14 31
M +41 77 525 27 87

Dokumente zum Herunterladen

Medienmitteilung «BVG-Revision: sgv-Modell bewahrt das 3-Säulen-Prinzip»
PDF Datei öffnen
Medienmappe zur Pressekonferenz «Keine Abkehr vom 3-Säulen-Prinzip» vom 02.07.2019
PDF Datei öffnen
Zurück zur Übersicht

Unsere Partner

Nach oben