13. AHV-Rente: Nationalrat lehnt schädlichsten Teil der Finanzierung ab
Der Nationalrat hat die Finanzierung der 13. AHV-Rente über höhere Lohnbeiträge abgelehnt. Damit scheitert jener Teil des Vorschlags der Einigungskonferenz, der Arbeit und Unternehmen am meisten belastet hätte. Der Entscheid ist trotzdem unbefriedigend.
Nicht das ganze Dossier bachabschicken, sondern den schädlichsten Teil eliminieren. Gemäss diesem Grundsatz hat der Nationalrat das grösste Schadenpotenzial des Vorschlags der Einigungskonferenz knapp abgelehnt. Die Finanzierung über höhere Lohnbeiträge hätten Erwerbstätige, Arbeitgeber, junge Menschen und arbeitsintensive Branchen direkt getroffen. «Für KMU hätte dies die Arbeitskosten erhöht und die Wettbewerbsfähigkeit geschwächt», sagt Simon Schnyder, Ressortleiter Sozialpolitik beim Schweizerischen Gewerbeverband sgv.
Neue Abgaben zu beschliessen ist politisch einfacher als zu reformieren. Die demografischen Herausforderungen im Zusammenhang mit der Finanzierung der AHV verschwinden deshalb aber nicht.
Trotzdem nicht zufrieden
Der Entscheid des Nationalrats ist dennoch unbefriedigend. Eine unbefristete Erhöhung der Mehrwertsteuer zur Finanzierung einer einzelnen AHV-Leistung ist keine befriedigende Antwort. Die AHV muss als Ganzes betrachtet werden und darf nicht schrittweise nach jeder neuen Ausgabe über zusätzliche Abgaben finanziert werden. Die 13. AHV-Rente kann nicht von den strukturellen Herausforderungen der AHV losgelöst werden.
Angesichts der demografischen Alterung wird der Finanzbedarf der AHV weiter zunehmen. Die demografische Realität verlangt eine strukÂtuÂrelle Reform, nicht eine Anhäufung neuer Abgaben. AHV2030 muss die tieferliegenden Ursachen des finanziellen Ungleichgewichts anpacken. «Neue Abgaben zu beschliessen ist politisch einfacher als zu reformieren. Die demografischen Herausforderungen verschwinÂden deshalb aber nicht», sagt sgv-Direktor Urs Furrer.
Für den sgv bleibt die Linie klar: keine zusätzlichen Lohnbeiträge, keine unbefristete Mehrwertsteuererhöhung für eine einzelne Leistung wie die 13. Rente und eine strukturelle Reform der AHV.
Weitere Auskünfte
Fabio Regazzi
Präsident, Ständerat Die Mitte/TI
Urs Furrer
Direktor
Simon Schnyder
Ressortleiter Sozial- und Gesundheitspolitik
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13. AHV-Rente: Nationalrat lehnt schädlichsten Teil der Finanzierung ab