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Die ersten 100 Jahre

Die Wurzeln des Schweizerischen Gewerbeverbands sgv reichen bis ins vorletzte Jahrhundert. 1879 in Luzern als „Schweizerischer Gewerbeverein“ gegründet, nannte sich der sgv erst nach einer Statutenreform von 1916 „Verband“. In den ersten 50 Jahren seines Bestehens wuchs der Gewerbeverband fast explosionsartig an. Nach der Jahrhundertwende um 1900 erfolgten zahlreiche Gründungen von Berufsverbänden, die den sgv zum grössten Wirtschaftsverband des Landes werden liessen. Die Wirtschaftskrise der 1930er Jahre traf das Kleingewerbe besonders hart. In seiner Verzweiflung – und zwecks Abwehr von Konkurrenz durch Grossverteiler – erhoffte sich der Verband kurzzeitig das Heil von Hilfe durch den Staat. Schon in den Kriegsjahren aber kehrte das Vertrauen in die Selbsthilfe zurück. Der Schutz des Gewerbes vor staatlichen Interventionen sowie der Kampf gegen neue Steuern und Abgaben sind seither die wichtigsten Aufgaben des sgv.

War die Geschäftsstelle des sgv in den ersten Jahren in Zürich beheimatet, zog sie später nach Bern, wo sich ihr Sitz seit 1942 an der Schwarztorstrasse 26 befindet. Ab dem Jahr 1947 prägte Otto Fischer die Geschicke des sgv. Zunächst geschäftsleitender Sekretär, baute er die Geschäftsstelle zu einem hierarchisch geführten Instrument aus. Der versierte Taktiker und Finanzpolitiker wurde 1968 in den Nationalrat gewählt. Als Direktor machte er den sgv zu einer einflussreichen Organisation in der eidgenössischen Politik. Fischer übergab das Zepter Ende 1979 in jüngere Hände.

 

 

Vom „Gewerbe“ zu den „KMU“

Otto Fischers Erbe anzutreten war kein Leichtes. Doch auch unter der neuen Crew erwies sich der sgv als referendumsfähig. Von den beiden Präsidenten Markus Kündig und Hans Rudolf Früh erhielt der Verband kraftvolle Unterstützung – die Interessen des Gewerbes hatten für sie stets Priorität. Über die „Gewerbegruppe der Bundesversammlung“ hatte die Geschäftsstelle Zugang zum Parlament, konnte von einem Informationsvorsprung profitieren und bei parlamentarischen Vorlagen den Standpunkt des Gewerbes mit dem ihm gebührenden Gewicht einbringen.

Ab 1990 verstärkte der sgv unter dem neuen Direktor Pierre Triponez die wichtigen Kontakte zur Romandie und in die italienische Schweiz und schaffte es damit, sich auch in einer stets hektischer werdenden Politlandschaft Gehör zu verschaffen.

Statt vom „Gewerbe“ wurde in der öffentlichen Debatte zunehmend nur noch von „Kleinen und Mittleren Unternehmen“, den KMU gesprochen. Der sgv bezeichnete sich entsprechend als „Dachorganisation der KMU“. Dennoch lehnte es eine grosse Mehrheit der Mitgliederverbände im Jahr 2004 ab, den sgv in „KMU Schweiz“ umzutaufen. Zu stark war der Begriff „Schweizerischer Gewerbeverband“ in den Köpfen der Menschen im Land verankert, als dass man ihn leichtfertig ersetzen wollte.

Nebst dem Kampf mittels Referenden und Initiativen musste sich der sgv in den 1990er Jahren zunehmend auch mit neuen Einschränkungen der Wirtschaftsfreiheit auseinandersetzen. Er trat – und tritt – somit der weit verbreiteten Tendenz entgegen, gesellschaftliche Probleme mittels staatlichen Verboten zu lösen und die Wirtschaft dazu als „Helfershelfer“ zu missbrauchen.
In Frühsommer 2008 verabschiedete der Gewerbekongress in Freiburg eine neue Strategie: Kernthemen sind der Abbau von Regeln und Vorschriften sowie die Senkung von Gebühren, Abgaben und Steuern. Zudem wählte der Kongress einen neuen Direktor. Hans-Ulrich Bigler obliegt es nun, den Kampf für optimale Rahmenbedingungen zugunsten der Schweizer KMU weiterzuführen.

 

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