sgv und EDK planen neues Instrument für die Berufswahl
22. September 2011
Medienmitteilung
Anforderungsprofile – so heisst das neue geplante Instrument für die Berufswahl, das heute der Schweizerische Gewerbeverband sgv und die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren an einer gemeinsamen Pressekonferenz in Bern vorgestellt haben.
Die „Anforderungsprofile für die berufliche Grundbildung“ werden ein computerbasiertes und interakti-ves Instrument sein, das Schulabgängerinnen und Schulabgängern helfen soll, eine gute Wahl ihres Berufs zu treffen. Mit diesem Instrument können junge Menschen ihre eigenen schulischen Leistungen und Fähigkeiten mit den Anforderungen vergleichen, die ihr Traumberuf verlangt. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass es zu einer falschen Berufswahl kommt, welche nur allzu oft in Enttäuschung und Lehrabbruch endet. Zwar gibt es heute mit den Schulnoten und Tests bereits erprobte Instrumente, welche die Berufswahl erleichtern sollen. Dass diese Instrumente aber offensichtlich nicht ausreichen, zeigt die hohe Zahl der Lehrabbrüche. So zeigen Untersuchungen im Kanton Bern, dass jede fünfte Lehre bereits im ersten Jahr abgebrochen wird. Für den Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbandes sgv, Hans-Ulrich Bigler, ein unhaltbarer Zustand. „Die KMU-Wirtschaft hat alles Interesse daran, allen jungen Menschen eine geeignete Arbeitsstelle anzubieten.“ Es sei falsch, so Bigler weiter, wenn junge Frauen und Männer wegen einer falschen Berufswahl den Einstieg ins Berufsleben verpassen und über kurz oder lang in der Arbeitslosigkeit landen.
Der Schweizerische Gewerbeverband hat sich deshalb schon seit einiger Zeit mit dem Projekt der Anforderungsprofile befasst und sowohl bei den Lehrerorganisationen wie auch bei der Erziehungsdi-rektorenkonferenz EDK Unterstützung erhalten. „Im Projekt «Anforderungsprofile» geht es nicht da-rum, dass die Wirtschaft der Schule vorschreibt, was sie zu tun hat“, sagt Hans Ambühl, der General-sekretär der EDK. Für beide Seiten sei mehr Transparenz aber wichtig. „Wenn wir uns gemeinsam auf Anforderungsprofile für Schulabgängerinnen und Schulabgänger verständigen, dann können wir die Zahl der Lehrabbrüche verringern und die Misserfolge bei den Lehrabschlussprüfungen reduzieren.“
Mit dem heutigen Startschuss wird das Projekt Anforderungsprofile offiziell lanciert. Gemäss einem ersten Zeitplan sollen bis im nächsten Februar zusammen mit den entsprechenden Berufsverbänden die ersten drei Profile erstellt werden, jene für die Polymechaniker sowie für die Angestellten im Ge-sundheitsbereich und im Detailhandel. Weitere zwölf Profile werden bis im Herbst 2012 erstellt. Damit sind rund ein Viertel aller Lehrverhältnisse abgedeckt. Nach einer eingehenden Analyse werden anschliessend die restlichen Berufsprofile ausgearbeitet. Zusammen mit der Validierungsphase dauert das Projekt bis 2014.
Weitere Auskünfte
Hans-Ulrich Bigler, Direktor sgv, Tel. 031 380 14 14, Mobile 079 285 47 09
Hans Ambühl, Generalsekretär EDK, via Pressedienst: Tel. 031 309 51 11, presse(at)edk.ch
Die Nummer 1: Als grösste Dachorganisation der Schweizer KMU-Wirtschaft
vertritt der sgv 280 Verbände und gegen 300 000 Unternehmen
Weiterführende Dokumente (PDF-Dateien)
- Medienmitteilung
- Referat Hans-Ulrich Bigler, Direktor Schweizerischer Gewerbeverband sgv: Projekt „Schulische Anforderungsprofile für die berufliche Grundbildung“
- Referat Hans Ambühl, Generalsekretär Schweizerische Konferenz der Erziehungsdirektoren EDK
- Medienmappe (enthält die Medienmitteilung sowie die beiden Referate)







