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Hochschulförderungs- und Koordinationsgesetz HFKG – sgv sagt nein zum bürokratischen Koloss

09. Mai 2011

Medienmitteilung

Der Schweizerische Gewerbeverband sgv lehnt das Hochschulförderungs- und Koordinationsgesetz ab, das nun nach Bundesrat und Ständerat auch von der nationalrätlichen Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur WBK-N verabschiedet wurde. Das neue Gesetz ist geprägt von kleinmütigem Kantönli­geist, trägt zur Verbüro­kra­ti­sierung der Bildung bei und verkennt die wirklichen Bedürfnisse der Wirtschaft.

Damit die im harten internationalen Konkurrenz­kampf stehende Schweizer Wirtschaft Zugang zu den benötigten qualifizierte Fachkräften und Forschern hat, braucht unser Land ein flexibles Hoch­schul­system, welches die Verbindung von Theorie und Praxis als traditionelle Stärke weiter­ent­wickeln und verbessern kann. Dies hat der sgv bereits bei der Vernehmlassung des neuen Hochschulförderungs- und Koordinationsgesetztes gefordert und deshalb die Vorlage zurückgewiesen. Umso grösser ist nun die Enttäuschung beim Schweizerischen Gewerbeverband als grösstem Dachverband der Schweizer Wirtschaft, dass auch die nationalrätliche Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur WBK-N die Vorlage durchberaten hat, ohne auf die wesentlichen Änderungsvorschläge des sgv einzutreten.

Der sgv bedauert insbesondere, dass das HFKG künftig auf die bewährte Zusammen­arbeit zwischen Bildungsinstitutionen, Behörden und Organisationen der Arbeitswelt verzichten und im Gegenzug den Einfluss der Kantone einseitig stärken will. Dies ist Ausdruck eines kleinmütigen Kantönligeistes und schafft zusätzliche Bürokratisierung, anstatt die bisher erfolgreiche Zusammenarbeit von Forschung, Lehre und Wirtschaft zu pflegen und auszubauen. Ausdruck für dieses verfehlte Denken ist die Tatsache, dass die Wirtschaft nur mit beratender Stimme in der Planung der schweizerischen Bildungszukunft beteiligt werden soll. Darüber tröstet auch nicht hinweg, dass die Arbeits­markt­fähigkeit der Absolventinnen und Absolventen neu zu einem Kriterium für die Finanzierung der Hochschulen werden soll. Mit dem HFKG wird nicht nur ein erfolgreiches und auf den Markt ausgerichtetes Bildungssystem unterlaufen, an welchem alle Partner beteiligt sind. Mit ihrem Entscheid bringt die nationalrätliche WBK das bisherige Gleichgewicht aus dem Lot und macht einen ersten Schritt in Richtung eines gänzlich verstaatlichten Bildungswesens.

Der sgv hofft, dass der Nationalrat in der Sommersession noch die nötigen Korrekturen vornehmen wird oder wenigstens die Vorlage zur Überarbeitung zurückweist. Ansonsten sieht sich der sgv gezwungen, das Referendum zu ergreifen.

Weitere Auskünfte
Hans Ulrich Bigler, Direktor sgv, Tel. 031 380 14 14, Mobile 079 285 47 09
Christine Davatz-Höchner, Vizedirektorin sgv, Tel. 031 380 14 23, Mobile 079 409 47 74


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