sgv fordert 500 zusätzliche Millionen für die Höhere Berufsbildung
29. November 2010
Medienmitteilung
Der Schweizerische Gewerbeverband sgv fordert eine deutliche Besserstellung der Höheren Berufsbildung und verlangt deshalb eine Aufstockung der Bundesbeiträge um 500 Millionen Franken. Der sgv ist der Ansicht, dass das Berufsbildungsgesetz dringend an die neuen Anforderungen angepasst werden muss, wobei die Wirtschaft in die konkrete Ausgestaltung stärker zu integrieren ist.
Mit gemischten Gefühlen nimmt der sgv den Bericht des Bundesrats über sein Engagement zur Förderung der Berufsbildung zur Kenntnis. Positiv beurteilt er, dass die Landesregierung weiterhin zum dualen Berufsbildungssystem steht und die Leistungen der Berufsverbände und der Lehrbetriebe zu schätzen weiss. Sehr beunruhigt ist der sgv hingegen über die Fehlentwicklung in der Finanzierung, vor allem bei der Höheren Berufsbildung, jenem Bereich also, der die Kader und künftigen Unternehmer ausbildet. Den akademischen Bereich lässt sich der Bund alljährlich sechs Milliarden Franken kosten, während er für die Höhere Berufsbildung bloss 140 Millionen Franken übrig hat. Das sind fast 43 Mal weniger. Deshalb fordert der sgv mit Nachdruck, in der nächsten Botschaft des Bundes zur Bildungsfinanzierung zusätzlich 500 Millionen Franken für die Stärkung der Höheren Berufsbildung vorzusehen. Eine Aufstockung der finanziellen Mittel entspricht im Übrigen der Bundesverfassung, welche die Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung vorschreibt.
Stimme der Unternehmer wieder ernst nehmen
Damit dieser wichtige Schritt zur Gleichberechtigung der Bildungswege überhaupt möglich wird, ist eine schnelle Revision des Berufsbildungsgesetzes nötig. Darin sollen auch Rolle und Aufgabe der Wirtschaft neu und besser definiert werden. Zwar ist das Zusammenspiel von Bund, Kantonen und Organisationen der Arbeitswelt im Gesetz verankert, in Wirklichkeit werden Gewerbe und Industrie aber häufig zu Ausführungsgehilfen der Behörden degradiert. Der grösste Dachverband der Schweizer Wirtschaft macht sich grosse Sorgen, dass bei allen wichtigen Entwicklungen zunehmend mehr Experten beigezogen werden und suggeriert wird, dass das Wissen der Praktiker den Anforderungen des Berufsbildungssystems nicht mehr genüge. In diesem Sinne kritisiert der sgv die zunehmende «Expertitis» in der Berufsbildung und fordert, dass die Stimmen der Unternehmer wieder ernster genommen werden. Denn es sind die Unternehmer, welche die Anforderungen an eine zeitgemässe Berufsbildung am besten beurteilen können.
Weitere Auskünfte
NR Bruno Zuppiger, Präsident sgv, Mobile 079 236 23 32
Hans-UIrich Bigler, Direktor sgv, Tel. 031 380 14 14, Mobile 079 285 47 09
Die Nummer 1: Als grösste Dachorganisation der Schweizer KMU-Wirtschaft
vertritt der sgv 280 Verbände und gegen 300 000 Unternehmen







