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Stellenmeldepflicht: Umsetzungseckwerte nicht arbeitgeberfreundlich

16. June 2017

Medienmitteilung

Der Schweizerische Gewerbeverband sgv beurteilt die heute vom Bundesrat festgelegten Eckwerte für die Umsetzung der Stellenmeldepflicht als nicht arbeitgeberfreundlich. Die 5%-Schwelle bei der Arbeitslosenquote ist zu tief. Ein Informationsvorsprung für die Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) von fünf Tagen erachtet der sgv als zu lang.
  

Der Bundesrat hat heute festgelegt, dass die Meldepflicht schweizweit in denjenigen Berufsarten eingeführt werden soll, in denen die gesamtschweizerische Arbeitslosen­­quote fünf Prozent erreicht oder überschreitet. Rund ein Drittel der Neubesetzungen oder ca. 187'000 Personen würden damit unter eine Meldepflicht fallen. Zudem soll eine Exklusivmeldefrist von fünf Tagen für die RAV gelten, während der die Arbeitgeber in den betreffenden Berufsarten nicht selbständig suchen dürfen.

Der sgv fordert eine unbürokratische Umsetzung der Stellenmeldepflicht. Müssen Berufsarten schon bei einem Schwellenwert von 5 Prozent die offenen Stellen melden, führt dies zu einer Flut von Meldungen an die Arbeitgeber. Entsprechend gross wären die administrativen Umtriebe. Der sgv fordert eine Schwelle von 6-8 Prozent. So werden nur wirklich jene Berufsarten einer Meldepflicht unterzogen, bei denen auch eine grosse Anzahl von Arbeitssuchenden bei den RAV gemeldet sind.

Auch die Zeitdauer der Exklusivmeldefrist von fünf Tagen ist zu lang. Die Frist, während der offene Stellen ausschliesslich den RAV-Stellensuchenden offengelegt werden, soll so angesetzt werden, dass sie einerseits den RAV-Personalberatern die notwendige Zeit einräumt, um dem Unternehmen geeignete Kandidaten vorzuschlagen. Anderer­­seits soll sie möglichst kurz sein, um die Rekrutierungsprozesse bei den Unterneh­­men nicht unnötig zu verlängern. Der sgv fordert eine Karenzfrist von 48 Stunden.

Dass interne Stellenbesetzungen und kurze Arbeitseinsätze von der Stellenmelde­­pflicht ausgenommen werden, befürwortet der sgv mit Blick auf die Bedürfnisse der Temporärbranche ausdrücklich. Eine Höchstdauer dieser kurzen Arbeitseinsätze von 14 Tagen, wie sie der Bundesrat bevorzugt, ist aber sicher zu knapp bemessen. Der sgv fordert eine Frist von mindestens einem Monat.

 

Weitere Auskünfte
Hans-Ulrich Bigler, Direktor, Tel. 031 380 14 14, Mobile 079 285 47 09
Dieter Kläy, Ressortleiter, Tel. 031 380 14 45, Mobile 079 207 63 22


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