Atomausstiegsinitiative: Wirtschaft warnt vor Strom-Preisexplosion

Die Atomausstiegsinitiative will fast 40 Prozent der Schweizer Stromproduktion jäh und über-stürzt abschneiden. Dies wird die Karten auf dem Strommarkt neu mischen. Die heute niedrigen Preise für Strom sind für unsere Wirtschaft, für die Wettbewerbs­fähigkeit unserer Firmen und für den Erhalt von Arbeitsplätzen sehr wichtig. Doch wenn wir selbstverschuldet eine Stromlücke provozieren, werden die Preise für die Energie sprunghaft ansteigen. Der Preis der radikalen Ini-tiative wird über Schäden nach Stromausfällen und über die Vernichtung von Investitionen weiter in die Höhe getrieben.

„Der überstürzte Ausstieg aus der Atomenergie lässt die Strompreise explodieren“, warnt sgv-Präsident und Unternehmer Jean-François Rime. „Der überhastete Zwangswechsel in der Produktionstechnologie verteuert den Strom. Die Überforderung des Netzes verteuert den Strom. Und die selbst-verschuldete Knappheitssituation verteuert den Strom. Diese Kostentreiber lassen sich nicht wegdiskutieren. Ich schliesse eine Verdoppelung der Strompreise nicht aus“, so Rime.


Atomausstiegsinitiative: Wirtschaft warnt vor Strom-Preisexplosion
Atomausstiegsinitiative: Wirtschaft warnt vor Strom-Preisexplosion

„Die Auswirkungen wären insbesondere für die energieintensiven Branchen besonders schädlich“, sagt Frank R. Ruepp, Vorsitzender der Gruppenleitung der vonRoll infratec ag und Präsident der IG Ener-gieintensive Branchen. „Bereits heute müssen sich insbesondere die exportorientierten Branchen auf-grund der Frankenstärke enorme Kostensparmassnahmen verschreiben, um international konkurrenz-fähig zu bleiben. Wenn wir „hausgemacht“ diesen Branchen einen weiteren Kostenschub durch explo-dierende Energiepreise zumuten, werden hier zahlreiche Firmen in ihrer Existenz bedroht.“

Dass die Strompreise ansteigen werden, ist auch für Silvan Hotz, Präsident des Schweizerischen Bäcker-Confiseurmeister-Verbandes SBC klar. „Heute sind die Strompreise tief. Das ist für uns wich-tig. Noch vor wenigen Jahren kostete Strom viel mehr. Es liegt auf der Hand, dass die Preise nach einer künstlich herbeigeführten Verknappung einen Sprung nach oben machen werden. Wir dürfen uns doch nicht derart verantwortungslos selber schwächen.“

Doch die Preisexplosion ist nicht die einzige Negativkonsequenz des überstürzten Ausstiegs. „Die Wirtschaft ist auf eine zuverlässige elektronische Kommunikation angewiesen, doch die Datenflüsse können nur mit einer stabilen und leistungsfähigen Stromversorgung sichergestellt werden. Ausfälle in der Informatik führen zu Folgeschäden in Millionenhöhe. Dieser Hauruck-Ausstieg ist schädlich für den bislang innovativen Wirtschaftsstandort Schweiz und torpediert die Bemühungen, bei der Digitalisierung eine führende Rolle einzunehmen“, sagt IT-Unternehmer und SVP-Nationalrat Franz Grüter.


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